Bethlehemkirche Mannsflur

Am 2. Advent 2010 feierte die Kirche in Mannsflur ihr 50jähriges Kirchweihjubiläum. Aus diesem Anlass bekam sie offiziell ihren Namen verliehen: „Bethlehemkirche“. Der Name, der vom hebräischen „Beth Lechem“ (Haus des Brotes) abgeleitet ist, orientiert sich an der Idee des Architekten Emil Schomberg. Zur Einweihung im Jahre 1960 sagte er, wie die Geburtsstätte Christi eine Hütte, ein Stall gewesen sei, sollte eine einfache (Wald-)Kirche errichtet werden, kein prunkvoller Palast. Die Gläubigen sollten auf eine Weise, die unsere Zeit gemäß ist, zum „Haus des Brotes“ kommen.

Die Gründungsgeschichte der Kirche ist ein Zeugnis enormen Engagements der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen evangelischen Glaubens, die nach dem 2. Weltkrieg in der Marktgemeinde Marktleugast Fuß gefasst haben. Aus ihren Reihen wurde der „Evangelische Kirchenbauverein Mannsflur“ ins Leben gerufen, der eine Kirche vor Ort wollte, unter anderem auch deswegen, um sich für Gottesdienstbesuche und Konfirmationsunterricht den beschwerlichen Fußweg zum 10 Kilometer entfernten Stammbach zu ersparen. Dass die Kirche aber wirklich Realität wurde, ist dem Einsatz des damaligen Pfarrers Klaus Diegritz zu verdanken, der über 10 Jahre gegen den massiven Widerstand der Evang.-Luth. Landeskirche in München und des Landeskirchenamtes hinsichtlich der Finanzierung und der Ästhetik der Kirche das Bauprojekt durchboxte. Wegen ihrer avantagdistischen Architektur und ihrer Kunstexponate (Altarmosaik von Konrad Ehmann, Nürnberg; bronzenes Portalrelief und Prinzipalstücke von Hans Rucker, Marktleugast) zählte der Kirchenhistoriker Helmuth Meißner die Bethlehemkirche zu den bedeutendsten Nachkriegskirchen der Region.

Die Siedlung Mannsflur entstand ab 1949 auf unwegsamem Terrain, das von Karl Theodor Freiherr zu Guttengerg kostenlos zur Verfügung gestellt worden war.

Kircheninnenraum
Kirchenvorplatz / Eingangsportal
Glockenturm / Bethlehemkirche
Osterlicht in der Bethlehemkirche Mannsflur 2020